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Ratgeber · Zuschnitte · 7 Min. Lesezeit

Fleisch-Zuschnitte und Spezifikation: Teilstücke klar festlegen

Welche Teilstücke bei Rind, Lamm, Kalb und Geflügel üblich sind, was in ein Spezifikationsblatt gehört und wie Gewichts- und Fetttoleranzen vereinbart werden, damit die Lieferung der Bestellung entspricht.

Kurz gesagt

Namen von Teilstücken unterscheiden sich je Land; eine schriftliche Spezifikation legt fest, was gemeint ist.

Ins Spezifikationsblatt gehören Tierart, Teilstück, Knochen, Parierung, Gewichtsspanne, Zustand, Verpackung und Halal-Anforderung.

Toleranzen sind nicht gesetzlich festgelegt, sondern werden je Auftrag vereinbart, samt Prüfmethode.

Warum braucht der Fleischeinkauf eine Spezifikation?

Weil dieselbe Bezeichnung in verschiedenen Ländern unterschiedliche Stücke meint. Eine Spezifikation legt Schnittführung, Gewicht, Parierung und Verpackung schriftlich fest und macht die Lieferung überprüfbar.

Was in Deutschland als Hüfte verkauft wird, wird in Spanien, Frankreich oder auf den Golfmärkten oft anders begrenzt und anders benannt. Auch Begriffe wie „Steakhüfte“, „Rumpsteak“ oder „Schulter“ lassen Spielraum: mit oder ohne Deckel, mit oder ohne Fettauflage, ganz oder portioniert.

Eine Spezifikation beseitigt diesen Spielraum. Sie dient als Grundlage für das Angebot, für die Zerlegung beim Lieferanten und für die Kontrolle beim Wareneingang. Wird später reklamiert, ist sie der Maßstab.

Als gemeinsame Sprache haben sich die UNECE-Normen für Fleisch bewährt. Sie beschreiben Teilstücke von Rind, Kalb, Schaf und Geflügel international einheitlich, mit Schnittgrenzen und Codes. Wer zusätzlich Fotos und eine kurze Beschreibung der gewünschten Parierung beilegt, vermeidet die meisten Missverständnisse. Für wiederkehrende Bestellungen lohnt es sich, je Artikel eine feste Spezifikation mit Versionsnummer zu führen.

Welche Teilstücke gibt es beim Rind?

Beim Rind unterscheidet man Teilstücke aus dem Vorderviertel, etwa Hals, Bug und Brust, und aus dem Hinterviertel, etwa Filet, Roastbeef, Hüfte und Keule. Die Keule wird weiter in Oberschale, Unterschale und Nuss zerlegt.

Übliche Teilstücke beim Rind
TeilstückLageTypische Verwendung
FiletLendenbereich, innenKurzbraten, Steaks, Medaillons
Roastbeef (Lende)Rücken, hinterer TeilSteaks, Braten
Hochrippe / EntrecôteRücken, vorderer TeilSteaks, Braten
HüfteÜbergang Rücken zur KeuleSteaks, Braten
OberschaleKeule, innenRouladen, Schnitzel, Braten
UnterschaleKeule, außenSchmoren, Braten
Nuss (Kugel)Keule, vornBraten, Geschnetzeltes
Bug / SchulterVorderviertelSchmoren, Gulasch
BrustVorderviertel, untenKochen, Schmoren
Hals / KammVorderviertel, obenGulasch, Hackfleisch
Hesse (Wade)UnterschenkelKochen, Schmoren

Zu jedem Stück gehört die Angabe, ob es mit oder ohne Knochen, pariert oder unpariert und als ganzes Stück oder portioniert geliefert wird.

Bei ganzen Vierteln oder Schlachtkörpern sollte außerdem festgelegt sein, wo die Schnittlinien verlaufen, etwa zwischen welchen Rippen Vorder- und Hinterviertel getrennt werden. Sonst folgt die Zerlegung der Gewohnheit des jeweiligen Betriebs.

Welche Zuschnitte sind bei Lamm und Kalb üblich?

Beim Lamm sind Keule, Schulter, Rücken mit Kotelettstrang, Hals und Brust üblich; Lamm wird auch als ganzer oder halber Schlachtkörper gehandelt. Beim Kalb sind es vor allem Keule mit Oberschale, Nuss und Frikandeau, Rücken, Filet, Bug, Haxe und Brust.

Lamm

  • Keule, mit oder ohne Knochen, ganz oder als Steaks
  • Schulter, mit Knochen oder ausgelöst und gerollt
  • Rücken: Kotelettstrang, Lammkrone mit freigelegten Knochen, Lachse ohne Knochen
  • Hals und Brust, etwa für Schmorgerichte und Spieße
  • ganze oder halbe Schlachtkörper

Kalb

  • Keule, zerlegt in Oberschale, Nuss, Frikandeau und Hüfte
  • Rücken und Filet
  • Bug und Brust
  • Haxe, ganz oder in Scheiben

Bei freigelegten Knochen, etwa an Lammkrone oder Kotelett, gehört die Länge des freigelegten Knochens in die Spezifikation. Auch ob Fettauflage und Haut entfernt werden, sollte dort stehen.

Bei Lamm hängt die Wahl stark von Gewicht und Alter der Tiere ab; geben Sie deshalb die gewünschte Gewichtsspanne des Schlachtkörpers oder der Teilstücke an. Was wir in diesen Kategorien anbieten, steht auf den Seiten zu Halal-Lammfleisch und Kalbfleisch.

Wie wird Geflügel bestellt?

Geflügel wird als ganzes, bratfertiges Tier oder in Teilen bestellt, also Brust, Keule, Ober- und Unterschenkel und Flügel. Zur Bestellung gehören Gewichtsklasse, mit oder ohne Haut und Knochen sowie frisch oder tiefgekühlt.

  • Ganze Tiere: bratfertig, mit oder ohne Innereien, nach Gewichtsklasse.
  • Brust: mit oder ohne Haut, mit Knochen oder als Filet, ganz oder halbiert.
  • Keule: ganze Keule, Oberschenkel, Unterschenkel; mit oder ohne Haut und Knochen.
  • Flügel: ganz oder geteilt.
  • Weiterverarbeitet: Geschnetzeltes, Spießfleisch oder Hackfleisch nach Rezeptur.

Gekühltes Geflügelfleisch darf nach der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 höchstens 4 °C haben und ist empfindlicher als rotes Fleisch. Planen Sie die Liefermenge deshalb nach Ihrem Verbrauch und prüfen Sie, ob für einen Teil der Ware Tiefkühlung sinnvoll ist.

Bei Halal-Geflügel sollte die Spezifikation außerdem festhalten, welches Schlachtverfahren verlangt wird, da sich Standards bei der maschinellen Geflügelschlachtung unterscheiden.

Geben Sie außerdem an, ob Teile lose im Karton, einzeln vakuumiert oder in Schalen geliefert werden sollen, denn das beeinflusst Haltbarkeit und Handhabung in der Küche.

Was steht in einem Spezifikationsblatt?

Ein Spezifikationsblatt beschreibt einen Artikel so genau, dass jeder Lieferant ihn gleich zerlegt und jeder Prüfer ihn gleich bewertet. Es nennt Tierart, Teilstück, Zuschnitt, Gewicht, Zustand, Verpackung, Kennzeichnung und Halal-Anforderung.

Inhalt eines Spezifikationsblatts
FeldWas festgelegt wird
Tierart und Kategoriezum Beispiel Rind, Kalb, Lamm, Hähnchen
TeilstückBezeichnung, Schnittgrenzen, gegebenenfalls UNECE-Code, Foto
Knochen und Parierungmit oder ohne Knochen, Fettauflage, Sehnen, Deckel
GewichtGewichtsspanne je Stück oder Portion
Zustandgekühlt oder tiefgekühlt, Solltemperatur
Verpackungvakuumiert, einzeln oder mehrfach, Karton, Nettogewicht je Karton, Palette
KennzeichnungSprache, Pflichtangaben, Kundenetikett
Haltbarkeitverlangte Restlaufzeit bei Lieferung
HalalStandard, Anforderung an Zertifikat, Kennzeichnung
Dokumentewelche Unterlagen jede Lieferung begleiten

Eine gute Spezifikation passt auf eine bis zwei Seiten. Beide Seiten unterschreiben sie oder bestätigen sie schriftlich, bevor die erste Lieferung zerlegt wird.

Ändert sich ein Punkt, etwa die Verpackung oder die Gewichtsspanne, wird die Spezifikation mit neuer Versionsnummer neu bestätigt. So ist bei jeder Lieferung klar, welche Fassung galt.

Welche Toleranzen sind bei Zuschnitten üblich?

Allgemein gültige Toleranzen gibt es nicht. Gewichtsspanne, Fettauflage, Restknochen und Verpackungsfehler werden je Artikel vereinbart, zusammen mit der Methode, nach der sie geprüft werden.

Toleranzen machen eine Spezifikation praktisch handhabbar, denn kein Teilstück fällt genau gleich aus. Wichtig ist, dass sie messbar formuliert sind. Üblich sind Festlegungen zu diesen Punkten:

  • Stückgewicht: eine Spanne, innerhalb derer jedes Stück liegen muss, oder ein Durchschnitt je Karton.
  • Fettauflage: eine Höchststärke, gemessen an einer festgelegten Stelle.
  • Restknochen und Knorpel: bei ausgelösten Stücken nicht zulässig oder nur in bestimmtem Umfang.
  • Verpackung: Anteil undichter oder beschädigter Vakuumpackungen.
  • Gewicht: ob nach Netto- oder Bruttogewicht abgerechnet wird und wie mit Fleischsaft in der Packung umgegangen wird.

Legen Sie außerdem fest, wie viele Kartons je Lieferung geprüft werden und was bei einer Abweichung geschieht: Preisminderung, Ersatz oder Rücknahme. Ohne vereinbarte Prüfmethode lässt sich eine Toleranz später kaum durchsetzen.

Wie legt man Hackfleisch und Fleischzubereitungen fest?

Über Tierart, Fettgehalt, Körnung, Rezeptur und Portionierung, bei Zubereitungen zusätzlich über alle Zutaten. Für Halal-Ware müssen auch Gewürze, Bindemittel und Hüllen den verlangten Standard erfüllen.

Bei Hackfleisch und Zubereitungen ist das Ausgangsfleisch nur ein Teil der Spezifikation. Dazu gehören:

  • Tierart oder Mischung, zum Beispiel reines Rind oder Rind und Lamm,
  • Fettgehalt, gegebenenfalls als Höchstwert,
  • Körnung oder Wolfscheibe,
  • Rezeptur mit allen Zutaten, Allergenen und Zusatzstoffen,
  • Form und Gewicht, etwa Burger-Patties, Köfte oder Spießfleisch,
  • gekühlt oder tiefgekühlt.

Bei Halal-Zubereitungen sollte das Zertifikat das Erzeugnis selbst erfassen und nicht nur das verwendete Fleisch. Lassen Sie sich außerdem bestätigen, dass alle Zutaten den verlangten Standard erfüllen.

Hackfleisch darf gekühlt höchstens 2 °C haben, Fleischzubereitungen höchstens 4 °C; beide sind deutlich kürzer haltbar als ganze Teilstücke. Für die Bezeichnung „Hackfleisch“ enthält die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 eigene Zusammensetzungskriterien, unter anderem zum Fettgehalt. Unser Angebot in diesem Bereich beschreibt die Seite Hackfleisch und Verarbeitetes.

Stand: Oktober 2026Diese Seite bietet allgemeine Informationen zum Fleischhandel, zur Halal-Praxis und zum EU-Lebensmittelrecht. Sie ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder religiöse Beratung. Maßgeblich für jede Partie sind die Angaben im jeweiligen Angebot, auf dem Etikett und in den Begleitdokumenten.

FAQ

Häufige Fragen

Gibt es einheitliche europäische Namen für Teilstücke?

Nein, die Handelsnamen sind national und oft regional. Eine international verständliche Grundlage bieten die UNECE-Normen für Fleisch mit festen Schnittbeschreibungen und Codes.

Kann ich Zuschnitte nach eigener Spezifikation bestellen?

Ja, Zuschnitte nach Kundenspezifikation sind im Großhandel üblich. Ob ein Zuschnitt machbar ist und zu welchen Bedingungen, klären wir je Angebot mit dem zerlegenden Betrieb.

Was bedeutet „pariert“?

Pariert heißt, dass Sehnen, Silberhaut und überschüssiges Fett entfernt wurden. Wie weit pariert wird, sollte die Spezifikation genau beschreiben, weil es Gewicht und Preis beeinflusst.

Wird nach Netto- oder Bruttogewicht abgerechnet?

Das wird je Angebot vereinbart. Üblich ist die Abrechnung nach Nettogewicht ohne Verpackung; wie Fleischsaft in Vakuumpackungen behandelt wird, sollte ebenfalls festgelegt sein.

Reichen Fotos als Spezifikation aus?

Fotos helfen sehr, ersetzen aber keine schriftliche Beschreibung. Erst Schnittgrenzen, Gewichtsspanne und Toleranzen machen eine Lieferung objektiv prüfbar.

Kontakt

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Nennen Sie uns Fleischart und Zuschnitte, frisch oder tiefgekühlt, ungefähre Mengen, den Bestimmungsort und den gewünschten Halal-Standard. Wir antworten persönlich mit Rückfragen oder einem schriftlichen Angebot.

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